Robin Hobb: Assassin’s Apprentice

Klappentext

Fitz is a royal bastard, cast out into the world with only his magical link with animals for solace and companionship.
But when Fitz is adopted into the royal household, he must give up his old ways and learn a new life: weaponry, scribing, courtly manners; and how to kill a man secretly. Meanwhile, raiders ravage the coasts, leaving the people Forged and soulless. As Fitz grows towards manhood, he will have to face his first terrifying mission, a task that poses as much a risk to himself as it does to his target: Fitz is a threat to the throne… but he may also be the key to the future of the kingdom.

Autor

Robin Hobb, (* 5. März 1952 in Kalifornien) ist eine amerikanische Schriftstellerin. Sie schreibt hauptsächlich Fantasy-Bücher, hat aber mit dem Roman Alien Earth auch einen Science-Fiction-Roman geschrieben. In Deutschland wurde sie vor allem durch den Weitseher-Zyklus bekannt.
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Anfang

Ein kleiner Junge wird von seiner Mutter den königlichen Truppen übergeben – angeblich sei er der Bastard des Thronfolgers, Chivalry. Dieser akzeptiert den Jungen, wenn er sich auch nie direkt um ihn kümmern wird. Der Skandal bringt ihn dazu, die Thronnachfolge an seinen Bruder Verity abzugeben. Fitz, wie der Junge bald von allen genannt wird, wird der Obhut des Stallmeisters Burrich übergeben und wächst am Hof in Buckkeep auf.

Die Welt

The Six Duchies

The Six Duchies

Assassin’s Apprentice spielt in den Six Duchies, einem losen Verbund kleiner Grafschaften. Diese haben ständig mit Chalced im Südwesten und den Red Ship Raiders auf dem Meer zu kämpfen, können aber ihre unterschiedlichen Interessen nicht unter einen Hut bringen. Im Nordwesten grenzt noch das Mountain Kingdom an, zu dem es zunächst kaum Beziehungen gibt.
Die Duchies werden von einfachen, abergläubischen Menschen bewohnt, die stets sprechende Namen haben. Es existieren viele Mythen über ferne Länder und die glorreiche Vergangenheit der Duchies.
Fitz wächst als Enkel von König Shrewd in Buckkeep auf, dem Zentrum von Buck, der einflussreichsten Grafschaft. Buckkeep ist eine mittelalterliche Burg mit einer kleinen Stadt vor den Toren und liegt strategisch gut an der Mündung des Buck River. Sie ist also keine prunkvolle Hauptstadt, sondern vielmehr eine Verteidigungsstellung, was das Leben in Buckkeep prägt.
Es gibt zwei Arten von Magie, deren Zusammenhang unklar ist: Den Wit und den Skill.
Der Skill ist die königliche Magie, da sie vornehmlich im Königshaus vererbt wird. Anwender des Skill können unter anderem schwache Geister und das Wetter beeinflussen, über große Distanzen hinweg kommunizieren und beobachten, sind darin allerdings durch die Leistungsfähigkeit ihres Körpers und Geistes beschränkt.
Der Wit steht ganz im Gegensatz dazu. Er wird von den meisten Menschen verabscheut, sie fürchten ihn gar. Das rührt daher, dass Anwender des Wit mit dafür offenen Tieren kommunizieren und sich sogar mit ihnen verbinden können. Diese intime Beziehung wird von Anderen nicht verstanden. So müssen, wann immer ein Unglück mit Tieren geschieht, Witkundige als Sündenböcke herhalten.

Verlauf

Natürlich wird Fitz kein ruhiges Leben führen, sonst wäre kein Buch über ihn geschrieben worden. Mehrere Einflüsse machen Fitz das Leben schwer.
Zum einen hat Fitz den verachteten Wit, er kann also mit Tieren, die ihn auch haben, auf einer emotionalen und gedanklichen Ebene kommunizieren. Als Burrich das herausfindet, bestraft er Fitz sehr hart, was der Junge nicht verstehen kann. Er experimentiert im Geheimen weiter mit dem Wit herum.
Zum anderen ist ein königlicher Bastard, der nutzlos ist, dem Tode geweiht. Daher lässt sein Großvater, König Shrewd, Fitz ihm die Treue schwören und ihn von Chade, dem alten Assassinen, heimlich zu dessen Nachfolger ausbilden. Assassine – das heißt hier Spion, Attentäter und politischer Spielstein.
Außerdem stellt sich heraus, dass Fitz nebem dem Wit auch noch den Skill hat. Der Skill ist im Gegensatz zum Wit hoch angesehen, wird sogar als königliche Gabe betrachtet. Gemeinsam mit anderen Kandidaten soll Fitz nun also auch im Skill ausgebildet werden. Der Skillmeister hasst ihn allerdings und macht ihm das Leben schwer.
In diesem Dreieck der Verpflichtungen, zu dem noch seine Jugendliebe Molly und sein Onkel Verity, dem er sich verpflichtet fühlt, hinzukommen, wird Fitz fast zerrissen. Niemand darf wissen, dass er den Wit hat; aber ohne seinen Geist zu öffnen, kann er den Skill nicht beherrschen, und dann fände der Skillmeister unweigerlich Fitz’ Geheimnisse heraus.

Meinung

Assassin’s Apprentice ist der erste Band der Farseer Trilogie, der noch die Trilogie The Tawny Man folgt. Insofern geht es in Ordnung, dass Hobb die Geschichte sehr langsam, aber auch sehr sorgfältig entfaltet.
Die Bücher sind aus Fitz’ Sicht mit einer sehr persönlichen Egoperspektive erzählt, was Frau Hobb meisterlich ausnutzt. Man identifiziert sich sehr stark mit Fitz, leidet mit ihm (und dazu gibt viel Gelegenheit) und macht die gleichen gedanklichen Fehler wie er.
In diesem ersten Band wird der Grundstein für alle folgenden Bände gelegt, da in der Erziehung Fitz’ und seinen Jugenderlebnissen alles verankert wird, was ihn später prägen und lenken wird. Während um ihn herum seine Welt zerfällt, muss Fitz seinen Platz immer wieder finden und bewahren – womit er auch scheitert.
Ich habe diese Bücher sehr gerne gelesen, weil sie sehr intim sind und die Geschichte wunderbar ausgestaltet ist. Ich empfehle jedem, der ein gutes Fantasybuch mit sowohl Action als auch ruhigen, gefühlvollen Momenten lesen möchte, die Lektüre der Farseer Trilogie.
Nur drei Tips: Lest sie auf Englisch, nehmt euch Zeit und sorgt dafür, dass der Folgeband immer pünktlich da ist.